Archiv zum Thema "Armut"

Fachkongress am 6. Oktober in Düsseldorf

Präventionsketten gegen Kinderarmut


Kann ich mit zur Klassenfahrt? Wovon soll ich das Geburtstagsgeschenk für meinen besten Freund bezahlen? Können wir es uns leisten, mal wieder ins Schwimmbad zu gehen? Das sind Fragen, die viele Kinder und Jugendliche quälen: Allein in Nordrhein-Westfalen leben 800.000 unterhalb der Armutsgrenze. Das ist fast jedes vierte Kind. 

Kleines Geld

©Wilhelmine Wulff/PIXELIO

Eine empörende Zahl, findet das „Bündnis zur Bekämpfung der Kinderarmut“. Darin engagieren sich seit 2009 in Nordrhein-Westfalen Arbeiterwohlfahrt (AWO), Deutscher Gewerkschaftsbund (DBG), Kinderschutzbund NRW und der Paritätische gegen die Folgen der Kinderarmut. Das Bündnis forderte Politik und Verwaltung auf, die Betroffenen mit verpflichtender, präventiver Förderung aus dem Teufelskreis der Armut zu holen. 

 Armut überschattet das ganze Leben. Kinder, die in armen Familien groß werden, sind häufiger übergewichtig und können sich nicht so gut bewegen wie andere. Häufig entwickeln sie sich geistig und emotional verzögert. Weil sie nicht ausreichend motiviert und gefördert werden, sind arme Kinder im Schnitt weniger gebildet als andere und erbringen in der Schule schlechtere Leistungen.  Weiterlesen »

 

So leicht können Familien entlastet werden

7 Prozent Mehrwertsteuer auf Kinderartikel!


19 Prozent – so hoch ist in der Regel die Mehrwertsteuer in Deutschland. Nur für wirklich wichtige Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. So sollte man jedenfalls annehmen. Lebensmittel, Bücher, Kunst und der Personennahverkehr werden so begünstigt. Aber auch Rennpferde, Hotelübernachtungen, Skilifte und Trüffel… Warum aber gelten 7 Prozent Mehrwertsteuer nicht für Kinderartikel?

Genau das fordert die Initiative „7 Prozent – Mehrwert gerecht steuern“, die von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) und dem Unternehmen JAKO-O getragen wird. Kooperationspartner ist das deutsche Kinderhilfswerk. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) unterstützt diese Forderung. Familien mit Kindern müssen bei der allgemeinen Preissteigerung schnell und gezielter entlastet werden! Weiterlesen »

 

Kleiner "großer" Film einer Nachwuchs- Regisseurin

Armut kennt viele Geschichten


Eine Lehrerin tritt vor eine Grundschulklasse und fragt: „Was war denn euer schönster Tag in der letzten Woche?“ Viele Kinder melden sich, doch die Lehrerin ruft den kleinen Max auf, der gedankenverloren in sein Heft malt. „Wir haben einen schönen Ausflug gemacht mit der ganzen Familie“, beginnt er schüchtern und erzählt von märchenhaften Erlebnissen…

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RTL: Werbung und Wirklichkeit

Arme Kinder als Soap-Darsteller? Ohne uns!


“RTL – Wir helfen Kindern” – so strahlt es uns jetzt in der Vorweihnachtszeit von großen Plakatwänden entgegen. Geworben wird da für einen Spendenmarathon für benachteiligte Kinder in In- und Ausland. Das ist eine gute Sache. Aber wenn man gleichzeitig von der neuen TV-Serien-Planung  hört, entstehen doch eine ganze Menge Fragezeichen. Im Augenblick sucht eine Fernseh-Produktionsfirma Familien für ein neues – wieder mal in England abgegucktes – Reality-Format. In England nennt es sich „Wie die andere Hälfte lebt“ und wird auf Channel 4 ausgestrahlt.

Worum geht es darin? “Gut situierte” Familien sollen über einen Zeitraum von 3 Monaten “armen” Familien helfen. Schöne Idee – wenn nicht die Kamera immer dabei wäre. Weiterlesen »

 

Kinderarmut bekämpfen vor Ort

Patenprojekt: “Große helfen Kleinen”


Karate dank Patenschaft, Foto: DKSB Rhein.-Berg. Kreis

Seit fünf Jahren bewegt der Kinderschutzbund Kreisverband Rheinisch-Bergischer  Kreis e.V. Bürger und Unternehmen dazu, Patenschaften der besonderen Art zu übernehmen –  für Kinder, die unter Armut leiden. „Große helfen Kleinen“ heißt das Projekt.  321 Mädchen und Jungen konnten so an Reit- und Schwimmkursen, Musik-Unterricht und an vielem mehr teilnehmen.

Auch Kimberley, 14jährige Tochter einer allein erziehenden Mutter, kann jetzt Badminton in einem Verein spielen. Was, wenn es die Hilfe durch den Ortsverband nicht geben würde?

„Dann könnten wir eine Woche nichts mehr essen. Aber das geht ja nicht. Wir hätten uns das also gar nicht leisten können“, antwortet ihre Mutter. Weiterlesen »

 

"Leben im Teufelskreis" in Hattingen

Kinderarmut macht Maria von Welser wütend


Foto: Jürgen Kura, DKSB NRW

„Deutschland ist ein kinderfeindliches Land. Kinderarmut ist eine Schande! Ich schäme mich für unser reiches Land“, sagt Maria von Welser empört. Sie ist am 09. November 2010 in die Stadtbibliothek Hattingen gekommen, um aus ihrem Buch „Leben im Teufelskreis. Kinderarmut in Deutschland – und keiner sieht hin“ zu lesen. Ein Jahr lang hat die engagierte Journalistin (früher „Mona Lisa“,  ZDF) und stellvertende Vorsitzende von Unicef Deutschland drei Kinder aus sozial belasteten Familien begleitet. Sie trägt emotionale Porträts von “Vanessa”. “Melanie” und “Kevin” vor. Arme Kinder aus einer nicht genannten “großen deutschen Stadt”.

Das Publikum ist erschüttert zu hören, welche Nöte und Sorgen die Kinder plagen: Weiterlesen »

 

Sofortprogramm gegen Kinderarmut

Die neue Landesregierung in die Pflicht nehmen


Foto: Jens Weber, pixelio.de

Die “Memorandum-Gruppe gegen Kinderarmut”, zu der DKSB, AWO, Paritätischer Wohlfahrtsverband, DGB NRW und GEW NRW gehören, wird auch die neue Landesregierung nicht in Ruhe lassen. Sie muss die Folgen der immer noch erschreckend hohen Kinderarmut in NRW konsequent bekämpfen.

Im Herbst wird die Gruppe ein Sofortprogramm vorlegen. Es geht dabei nicht nur um NRW. Was das Land nicht aus eigener Kraft verändern kann, muss es durch Druck über den Bundesrat auf Bundesebene anpacken. Dazu gehören eine adäquate Finanzausstattung der Kommunen und die Verhinderung einer weiteren finanziellen Aushungerung der Hartz-IV-Familien, z. B. durch Wegfall des Elterngeldes, Kürzung der Kinderzuschläge und geringere Übernahme von Wohnungskosten.

Für NRW geht es konkret um acht Handlungsfelder:

  • kostenfreier Zugang zu den Einrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung
  • gemeinsames Lernen von der ersten bis zur letzten Klasse
  • bedarfsgerechter Einsatz von Familienhebammen für eine verlässliche Betreuung und Begleitung von Problemfamilien
  • Rechtsanspruch auf Familienbildung von Anfang an
  • auskömmliche Finanzausstattung von Familienzentren bei Ausweitung des Angebots
  • gezielte Ansprache von armen Familien, damit sie ab dem 6. Monat das Angebot der Kindertageseinrichtungen nutzen
  • Weiterentwicklung der offenen Ganztagsschule als Instrument der Armutsprävention
  • Kinder- und Jugendhilfe mit den Leistungen der Gesundheitshilfe verknüpfen.

Kinderarmut darf die in Kindern schlummernden Potentiale nichtvernichten. Fitte Kinder braucht das Land! Mehr dazu hier:

http://www.kinder-verdienen-mehr.de/

 

Regierungsplan stigmatisiert Familien mit Hartz-IV-Bezug

Arme Kinder mit Chipkarte


Das am 1. September vom Bundeskabinett verabschiedete sogenannte Sparpaket macht arme Eltern von armen Kindern noch ärmer. Wer kein ausreichendes Erwerbseinkommen hat, bekommt seit eh und je kein Kindergeld. Nun soll für diese Familien auch noch das Basiselterngeld entfallen. Sollte das so realisiert werden, bleibt für die Kinder nur noch der Regelsatz nach SGB II („Hartz IV“) übrig. Dieser Regelsatz  ist laut Bundesverfassungsgericht eine „freihändige Setzung ohne empirische und methodische Fundierung“, da sie nicht in der Lage sei, dem konkretem kinderspezifischem Bedarf gerecht zu werden. Bis zum Jahresende 2010 soll deshalb die Bundesregierung eine neue Regelsatzstruktur entwickeln, die „alle existenznotwendigen Aufwendungen folgerichtig in einem transparenten und sachgerechten Verfahren nach dem tatsächlichen Bedarf, also realitätsgerecht“, bemisst.

Das Jahr neigt sich nun seinem Ende zu und alle warten gespannt auf das Ergebnis des Verfassungsgerichtsauftrags. Da wird die staunende Öffentlichkeit überrascht mit dem Regierungsplan, den spezifischen Regelbedarf für Kinder mit einem “Chipkartenverfahren” zu befriedigen. Weiterlesen »

 

Familien unter Sparzwang

Gefahr für die Zukunft der Kinder


Die Sparvorhaben der Bundesregierung stärken nicht die “Grundpfeiler unserer Zukunft”, wie die Regierung beschönigend verkündet, sondern schwächen unsere Zukunft. Die wachsende Kinderarmut (mehr als 2, 5 Millionen) in Deutschland scheint die Regierung offensichtlich nicht abzuschrecken.

Warum sollen ausgerechnet Eltern und Arbeitslose dafür bestraft werden, wenn Finanzjongleure Milliarden verspielen? Diese Attacke wird nicht nur dazu führen, dass noch weniger Kinder geboren werden, sondern dass es vielen der lebenden noch schlechter geht. Schon jetzt mangelt es Kindern, die vom Sozialgeld leben, an der sozialen Teilhabe.

Wenn es so weiter geht, dann setzen wir die Zukunft aufs Spiel. Daher wendet sich der Deutsche Kinderschutzbund NRW entschieden gegen die geplante Rotstift-Politik und ist bereit mit anderen Verbänden und Organisationen gemeinsame Proteste gegen die Sparpläne zu starten.

Hier die Pressemeldung zum Download: Gefahr für die Zukunft der Kinder

 

Aufruf

Kampagne gegen Kinderarmut zum Weltkindertag 2010 – Mitmachen!!!


Die Kinderarmut in Deutschland ist ein Skandal, mit dem sich der Deutsche Kinderschutzbund nicht abfinden will.  Daher startet er  am diesjährigen Weltkindertag die bundesweite  Aktion “KINDERARMUT. Gemeinsam Barrieren überwinden.” Am 20. September 2010 wollen Orts,- Kreis- und Landesverbände sowie der Bundesverband  gegen soziale Ausgrenzung und Kinderarmut protestieren. Geplant ist, mit Absperrbändern mit dem auffälligen Logoschriftzug „Armutsschere“ auf Orte und Bereiche aufmerksam zu machen, von denen arme Kinder ausgeschlossen sind. Welche Orte und Bereiche sich für eine solche Aktion eignen und welche nicht, muss am besten gemeinsam mit Kooperationspartnern im örtlichen Kontext geprüft werden.

Desweiteren – so der Plan – soll mit einer Postkartenaktion Bundeskanzlerin Merkel zum Handeln aufgerufen werden. Plakate und Anzeigen werden auf das Thema Kinderarmut hinweisen. Es gibt ein Aktionshandbuch, das im Extranet des BV heruntergeladen werden kann. Die Materialien können beim Bundesverband bestellt werden. Alle Orts- und Kreisverbände sind zum Mitmachen aufgerufen. Und alle Bürger, die sich gegen Kinderarmut enagieren wollen!