Ärger über eine sehr einseitige Diskussion am Sonntag bei Günther Jauch in der ARD
Viel Polemik und kaum Antworten
Thema: Gewalt gegen Kinder, Jugendhilfe, Kinderschutz | 28.02.2012, 09:56 | von Jennifer Peters
„Hilfeschreie, die niemand hört – wer versagt beim Kinderschutz?“ Diese Frage diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen in der ARD. Ein wichtiges Thema zur besten Sendezeit. Daraus wurde allerdings für mich schnell der ärgerlichste Fernsehabend der letzten Zeit. Die Diskussion lief so einseitig und zum großen Teil inkompetent, dass ich nur noch mit Mühe zuschauen konnte.
Anlass der Sendung waren zwei Todesfälle von Kindern aus den vergangenen Wochen. Die elfjährige Chantal starb in Hamburg in ihrer Pflegefamilie an einer Überdosis des Drogenersatzstoffes Methadon. Die zweijährige Zoe erlag in Berlin wahrscheinlich den Verletzungen einer schweren Misshandlung. Haben dabei nicht nur die Eltern, sondern auch die Jugend- und Sozialämter versagt? – so die Fragestellung der Sendung.
Antworten lieferten Johannes Kahrs (ehemaliger Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in Hamburg), Heinz Buschkowsky (Bezirksbürgermeister Berlin-Neukölln), Katia Saalfrank (Diplom-Pädagogin und frühere „Super-Nanny“), Marita Meissner (Sozialarbeiterin im Jugendamt Gelsenkirchen) und Peter Hahne (ZDF-Moderator, Bild am Sonntag). Diese Zusammensetzung der Gäste wurde dem sehr komplexen Thema in keiner Weise gerecht. Wieso fehlte ein Vertreter der freien Träger, die während der gesamten Sendung undifferenziert zum Sündenbock gemacht wurden? Wo waren wirkliche Vertreter/innen des Kinderschutzes? Positiv fand ich lediglich Marita Meissner, die 27jährige Sozialarbeiterin des Jugendamtes Gelsenkirchen, die kompetent und überzeugend ihre Position vertreten und die große Bandbreite des Themas Kinderschutz dargestellt hat. Ansonsten waren die Gäste eher enttäuschend – mit dem Schlusslicht Peter Hahne, dessen Polemik völlig fehl am Platze war. Weiterlesen »







