Archiv zum Thema "Politik"

Scripted Reality ersetzt die Doku-Soap

Vom Regen in die Traufe


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Seit einiger Zeit steht vor allem das Nachmittagsprogramm der großen privaten Fernsehsender ganz im Zeichen der „scripted reality“. Ein Format, das vorgibt, Realität abzubilden, aber von Laien nach Drehbuch (Script) gespielt wird. Dabei haben die Darsteller meist das Drehbuch nicht gesehen, sondern agieren nach Regieanweisung. Dem Zuschauer wird – zu Beginn und am Ende der Sendung – durch eine eher unauffällige Einblendung mitgeteilt: Handelnde Personen sind frei erfunden. So könnten wir eigentlich erleichtert aufatmen: keine Bloßstellung der Protagonisten mehr, keine Gefahr, dass vor allem Kinder unter den Folgen leiden. Doch so einfach ist es leider nicht.

Abgesehen von den erwähnten Einblendungen tun die Macher alles, um Realität vorzuspiegeln. So werden Autokennzeichen geschwärzt, gelegentlich Gesichter gepixelt, grobe Schimpfwörter durch Piepton unkenntlich gemacht. Und die kommentierenden Sprecher formulieren Sätze wie: „Da durften wir mit der Kamera dabei sein“ oder auch „ Familie S. wollte dieses Gespräch ohne unsere Kamera führen.“ Weiterlesen »

 

Erforscht – erwünscht – erledigt? Fachtagung zur aktiven Vaterschaft

Überlieferte Männerrollen im Umbruch


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“Aktive Vaterschaft erforscht – erwünscht – erledigt?” Es war eine provokante Frage, die das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) über seine Tagung im Februar stellte. Erforscht und erwünscht sind die „neuen Väter“ in jedem Fall. Das Väterthema wurde unter einem breiten Spektrum von wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekten behandelt. Auf vielfältige Weise wurden die Themen Partnerschaft, Trennungsväter und Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufgezeigt und in guter Atmosphäre diskutiert. Die Tagung zeigte aber auch, dass Väter nur geringfügig von familienpolitisch orientierten Angeboten zu erreichen sind. Gerade deshalb sind fachliche Diskussions- und Vernetzungsmöglichkeiten wie diese Fachtagung von großem Wert. Vielleicht wären die „neuen Väter“ ansonsten tatsächlich bald erledigt? Weiterlesen »

 

Bundestag und Bundesrat stimmten am Freitag zu

Grünes Licht für Bundeskinderschutzgesetz


Grünes Licht

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„Dieses Gesetz ist ein wirklicher Fortschritt!“ Dieter Greese, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband NRW e.V., freut sich, dass am Freitag (16. Dezember) sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat im zweiten Anlauf grünes Licht für das überarbeitete Bundeskinderschutzgesetz gegeben haben. Nach jahrelanger Debatte tritt das „Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen“ – wie es offiziell heißt – jetzt am 1. Januar 2012 mit notwendigen und begrüßenswerten Nachbesserungen in Kraft. „Der Kinderschutz wird dadurch in Deutschland deutlich gestärkt“, so Greese.

Bund und Länder hatten sich am vergangenen Mittwoch im Vermittlungsausschuss über bislang strittige Punkte geeinigt. Die Finanzierung der Bundesinitiative Familienhebammen und des Netzwerks Frühe Hilfen ist jetzt verlässlich gesichert – bisher ein großes Manko des Gesetzes. In den kommenden beiden Jahren stehen 30 bzw. 45 Millionen Euro für die Unterstützung junger Familien in schwierigen Lagen zur Verfügung; ab 2014 sind es dauerhaft 51 Millionen. Der Bund trägt dabei einen Großteil der Mehrkosten, die den Ländern und Kommunen entstehen. Außerdem wurden Regelungen zur Sicherung von Qualitätsstandards für die Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe vorgeschlagen. Weiterlesen »

 

Bundeskinderschutzgesetz bekommt im Bundesrat keine Mehrheit

Schwachstellen müssen auf den Prüfstand


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Das geplante Bundeskinderschutzgesetz hat bei der Abstimmung im Bundesrat am vergangenen Freitag (25. November) keine Mehrheit gefunden. Für den Vorsitzenden des Kinderschutzbundes Landesverband NRW e.V., Dieter Greese, ist das aber keine Katastrophe. „Das Gesetz ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben“, so Greese. Er erwartet, dass jetzt im Vermittlungsausschuss zeitnah und zielgerichtet nachgebessert wird, um einen mehrheitsfähigen Kompromiss zustande zu bringen. Vorerst geht die Diskussion weiter, wie der Kinderschutz in Deutschland auf eine tragfähigere Grundlage gestellt werden kann.

Greese spricht sich eindeutig für das geplante Bundeskinderschutzgesetz aus.  „Es ist ein wirklicher Fortschritt – auch wenn es noch einige Mängel hat“, meint Greese. Mit seinem Inkrafttreten würde der Kinderschutz in Deutschland deutlich gestärkt. Weiterlesen »

 

Fachberaterin für Familienselbsthilfe Krista Körbes kommentiert

Betreuungsgeld führt am Ziel vorbei


©WilhelmineWulff/PIXELIOIst das wirklich nötig?

Soll das nun ein Trost dafür sein, dass immer noch nicht genügend Betreuungsplätze zu Verfügung stehen? Müssen sich Frauen jetzt wieder zwischen Beruf und Familie entscheiden?

Ich ärgere mich maßlos über das Betreuungsgeld, das die Regierung kürzlich beschlossen hat. 150 Euro soll eine Familie ab 2013 für jedes Kind unter drei Jahren bekommen, das zu Hause betreut wird. Das kann doch nicht wahr sein! Soll dieses Lockmittel wieder dazu führen, dass Frauen länger nach der Geburt ihres Kindes zu Hause bleiben und als glückliche Hausfrau belohnt werden? Die Entscheidung, ihre Kinder bei einer Tagesmutter oder in einer Kita betreuen zu lassen, liegt doch nicht wirklich bei den Eltern. Es gibt gar nicht genug gute Betreuungsplätze – und das Problem wird auch mit dem Rechtsanspruch ab 2013 nicht gelöst werden. Die Eltern mit dem Betreuungsgeld zu trösten, führt vollkommen am Ziel vorbei. Warum wird dieses Geld nicht zum weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen verwendet, so dass allen Kindern – unabhängig von ihrer Herkunft – schon früh Bildung und Teilhabe geboten werden kann? Weiterlesen »

 

Begleiteter Umgang zwischen Jugendhilfe und Justiz

Was bleibt, wenn nichts mehr geht?


©Simone Hainz / PIXELIO

Die Bedeutung des Begleiteten Umgangs ergibt sich aus der Reform des Kindschaftsrechtes und der UN-Kinderrechtskonvention. Diese Vorgaben haben Konsequenzen für die Anordnung des Begleiteten Umgangs durch das Familiengericht und für die Ausgestaltung als Leistungsangebot der Jugendhilfe.

In Wissenschaft und Praxis besteht großes Interesse an einem interdisziplinären Austausch über Standards, deren Fortschreibung, an Fortbildung und an einem Informationspool, der der Vielfalt des Themas in Qualität und Breite gerecht wird.

Die diesjährige Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Begleiteter Umgang e.V. greift die Themenschwerpunkte hochstrittige Trennungskonflikte, häusliche Gewalt und die damit verbundene Belastung für die Kinder auf. Die Veranstaltung findet am 19. Und 20. September 2011 in Düsseldorf statt. Mehr Informationen finden Sie hier. Weiterlesen »

 

Debatte um Ausbau der Kinderbetreuung in NRW

Kitas sind zum Wohl der Kinder da


©Dr. Stephan Barth / PIXELIO

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Anekdote aus dem Alltag einer Kindertagesstätte irgendwo in NRW: Kommt ein werdender Vater, dessen Frau im 6. Monat schwanger ist, in die Kita. Er wolle schon mal sein Kind für einen Platz in der U-3-Gruppe anmelden.

Antwortet die Leiterin mit hochgezogen Brauen: Versprechen könne sie nichts, die Familie komme auf die lange Warteliste. Er hätte sich viel früher melden müssen. Der Mann fragt zurück: „Wann? Etwa kurz nach der Befruchtung?“ Weiterlesen »

 

So leicht können Familien entlastet werden

7 Prozent Mehrwertsteuer auf Kinderartikel!


19 Prozent – so hoch ist in der Regel die Mehrwertsteuer in Deutschland. Nur für wirklich wichtige Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. So sollte man jedenfalls annehmen. Lebensmittel, Bücher, Kunst und der Personennahverkehr werden so begünstigt. Aber auch Rennpferde, Hotelübernachtungen, Skilifte und Trüffel… Warum aber gelten 7 Prozent Mehrwertsteuer nicht für Kinderartikel?

Genau das fordert die Initiative „7 Prozent – Mehrwert gerecht steuern“, die von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) und dem Unternehmen JAKO-O getragen wird. Kooperationspartner ist das deutsche Kinderhilfswerk. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) unterstützt diese Forderung. Familien mit Kindern müssen bei der allgemeinen Preissteigerung schnell und gezielter entlastet werden! Weiterlesen »

 

Diskussion um die Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)

Restzeiten-Betreuung ist keine Tagespflege


Leider passiert es immer wieder: Erwachsene begründen die Befriedigung eigener Bedürfnisse mit dem Wohl der Kinder. Diesmal geht es um das umstrittene Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz). Zur Zeit diskutieren in Nordrhein-Westfalen verschiedene Verbände – darunter der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW (DKSB LV NRW) die Revision des KiBiz – auch bei der Kindertagespflege. Nach derzeit gültiger Rechtslage dürfen bis zu acht Kinder in einer Pflegestelle betreut werden. Von diesen sollen nur fünf gleichzeitig anwesend sein. Ob diese Vorgabe tatsächlich eingehalten wird, ist zweifelhaft. Daher ist zu begrüßen, dass es zukünftig bei fünf Kinder bleiben soll. Aus dem „Forum Förderung von Kindern“ werden dagegen Stimmen laut, es bei der alten Regelung zu lassen. Weiterlesen »

 

Kinderfeindlichkeit in Cafés?

Gastfreundlichkeit für Babys und Kinder


„Unser Café ist für Erwachsene, die sich aus dem Alltag zurückziehen wollen“, heißt es auf einem Aushang in einem Frankfurter Café, das in einem kinderreichen Stadtteil liegt. Doch die Kleinen nerven die Besitzer: „Leider wird unser Café allzu oft mit einem Kinderhort  oder heimischen Wohnzimmer gleichgesetzt oder verwechselt.  Wir können nicht zulassen, dass sich diese Unterscheidung verliert.“ Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber unter dem Titel „Kinder sind hier unerwünscht.” Was  war  geschehen? Weiterlesen »