Willkommen auf FairQuer, dem Blog des Deutschen Kinderschutzbundes in NRW.
Wir verstehen uns als Lobby für Kinder in Nordrhein-Westfalen. Hier kommentieren, analysieren und diskutieren wir aktuelle Entwicklungen im Kinderschutz.

Bundestag und Bundesrat stimmten am Freitag zu

Grünes Licht für Bundeskinderschutzgesetz

Grünes Licht

©BenjaminKlack/PIXELIO

„Dieses Gesetz ist ein wirklicher Fortschritt!“ Dieter Greese, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband NRW e.V., freut sich, dass am Freitag (16. Dezember) sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat im zweiten Anlauf grünes Licht für das überarbeitete Bundeskinderschutzgesetz gegeben haben. Nach jahrelanger Debatte tritt das „Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen“ – wie es offiziell heißt – jetzt am 1. Januar 2012 mit notwendigen und begrüßenswerten Nachbesserungen in Kraft. „Der Kinderschutz wird dadurch in Deutschland deutlich gestärkt“, so Greese.

Bund und Länder hatten sich am vergangenen Mittwoch im Vermittlungsausschuss über bislang strittige Punkte geeinigt. Die Finanzierung der Bundesinitiative Familienhebammen und des Netzwerks Frühe Hilfen ist jetzt verlässlich gesichert – bisher ein großes Manko des Gesetzes. In den kommenden beiden Jahren stehen 30 bzw. 45 Millionen Euro für die Unterstützung junger Familien in schwierigen Lagen zur Verfügung; ab 2014 sind es dauerhaft 51 Millionen. Der Bund trägt dabei einen Großteil der Mehrkosten, die den Ländern und Kommunen entstehen. Außerdem wurden Regelungen zur Sicherung von Qualitätsstandards für die Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe vorgeschlagen. Weiterlesen …

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Video-Spots des DKSB Landesverbandes Saarland unterhalten und informieren

Erziehungs-Tipps per Mausklick

Kevin hat Stress. Nachhilfe, Gitarrenunterricht, Üben für die Mathearbeit. Seine Mutter drängelt und macht Druck. Dabei will Kevin eigentlich nur eins: mit den anderen Kindern aus der Nachbarschaft Fußball spielen. „Fördern Sie Ihr Kind, aber überfordern Sie es nicht“, heißt es am Ende dieses knapp zweiminütigen Videos. „Fördern mit Maß“ ist einer von bislang sieben Erziehungs-Spots, die der DKSB-Landesverband Saarland e.V. mit verschiedenen Kooperationspartnern für das Internet produziert hat. Mal originell, mal witzig, aber immer eindringlich geht es um alltägliche Erziehungsfragen – etwa um Unordnung im Kinderzimmer, Ärger wegen des Zähneputzens, Meckern über das Essen oder Elternstreit vor den Kindern. Weiterlesen …

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Die Ergebnisse der Elefanten-Gesundheitsstudie liegen vor

Kinder wissen viel – und wollen noch mehr

Gesund sein und gesund bleiben – das ist schon jüngsten Kindern sehr wichtig. Bereits Sieben- bis Neunjährige haben genau Vorstellungen über ihre eigene Gesundheit. Und sie sind bereit, selbst etwas dafür zu tun – sich gesund zu ernähren und zu bewegen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Elefanten-Kindergesundheitsstudie in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund. Für die größte und bundesweit einzige repräsentative Studie dieser Art wurden bundesweit fast 5000 Kinder zwischen sieben und neun Jahren befragt. Weiterlesen …

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DKSB und LfM luden zum Fachtag "Cybermobbing" ein

Wenn das Surfen im Internet Bauchschmerzen macht

Dr. Catarina Katzer

Schlagen, Treten, Bespucken, Hänseln oder einfach nur Ignorieren: In deutschen Klassenzimmern kann es heiß hergehen, wenn die Kinder scheinbar an „Geschmacksverkalkung“ leiden, schiefe Zähne haben, wie eine „Bohnenstange“ aussehen, kein I-Phone besitzen und einfach ein „Opfer“ sind. Was sich in der Realität bitter anhört und schwer zu zügeln ist, nimmt im Zeitalter der digitalen Kultur eine neue Wendung. Während die „Täter“ in der Klasse ein Gesicht haben, verstecken sich die digitalen Mobber auf eine anonyme und bequeme Weise im Netz und lassen ihren Hasstiraden freien Lauf.

Die Täter können beim Cybermobbing mit nur einem Klick eine Lawine an Beleidigungen auslösen, denen Kinder und Jugendliche nur schwer ausweichen können. Das digitale Netz – und hier insbesondere die sozialen Netzwerke – bieten die „optimale“ Plattform. Sei es das Zurechtschneiden der Fotos von Gesichtern oder Körperteilen, das Hacken eines persönlichen Profils, das Verbreiten eines Gerüchts oder aber das Einstellen eines peinlichen Videos. Die Folgen sind kaum absehbar. Das potentielle Publikum beim Cybermobbing ist riesengroß, ein Löschen aus dem Internet unmöglich. Weiterlesen …

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RTL setzt heftig kritisierte Sendung ab

Good bye, Super Nanny

Bitte nicht mehr weiter gehen!

©HenrikGVogel/PIXELIO

Die Ära „Super Nanny“ ist nun vorbei – zum Glück. Seit 2004 wurde mittwochs fleißig zur besten Sendezeit eine Familie öffentlich zur Schau gestellt und die Kinder auf übelste Weise instrumentalisiert. Heulen, Kloppen und Brüllen bis zum Umfallen.

Schließlich lautete sieben Jahre lang das Motto: Je mehr Drama, desto besser ist die Quote! Die voyeuristisch veranlagten Zuschauer vor dem Fernseher wollen ja nicht einschlafen, sondern eine spannende Unterhaltungssendung genießen! Mit der ersten Ausstrahlung dieses Formats war schnell klar: Es geht nicht um pädagogische Betreuung und Hilfestellung für überforderte Familien, sondern um die entwürdigende Darstellung von Kindern und ihren Familien im besten Interesse einer hohen Einschaltquote.

Der Deutsche Kinderschutzbund hat sich seit der ersten Folge immer wieder kritisch zu diesem Format geäußert und das Absetzen dieser „Wir tun alles dafür, damit die Familie heulend vor der Kamera zusammenbricht“-Serie gefordert – zuletzt noch im Oktober dieses Jahres in Form eines Offenen Briefes. Die Tatsache, dass in einigen der Ausstrahlungen Gewalt gegen Kinder durch die Eltern ausgeübt wurde, ohne dass die Super Nanny oder das Kamerateam eingeschritten waren, hat nicht nur den Deutschen Kinderschutzbund, große Teile der Bevölkerung und anerkannte Organisationen der Jugendhilfe entsetzt, sondern auch die Kommission für Jugendmedienschutz. Diese hat im April dieses Jahres für eine Folge „Super Nanny“ aus dem vergangenen Jahr ein Bußgeld in Höhe von 30.000 Euro verhängt. Doch was sind schon 30.000 Euro für RTL? Peanuts! Weiterlesen …

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Bundeskinderschutzgesetz bekommt im Bundesrat keine Mehrheit

Schwachstellen müssen auf den Prüfstand

©Florentine/PIXELIO

Das geplante Bundeskinderschutzgesetz hat bei der Abstimmung im Bundesrat am vergangenen Freitag (25. November) keine Mehrheit gefunden. Für den Vorsitzenden des Kinderschutzbundes Landesverband NRW e.V., Dieter Greese, ist das aber keine Katastrophe. „Das Gesetz ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben“, so Greese. Er erwartet, dass jetzt im Vermittlungsausschuss zeitnah und zielgerichtet nachgebessert wird, um einen mehrheitsfähigen Kompromiss zustande zu bringen. Vorerst geht die Diskussion weiter, wie der Kinderschutz in Deutschland auf eine tragfähigere Grundlage gestellt werden kann.

Greese spricht sich eindeutig für das geplante Bundeskinderschutzgesetz aus.  „Es ist ein wirklicher Fortschritt – auch wenn es noch einige Mängel hat“, meint Greese. Mit seinem Inkrafttreten würde der Kinderschutz in Deutschland deutlich gestärkt. Weiterlesen …

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Fachberaterin für Familienselbsthilfe Krista Körbes kommentiert

Betreuungsgeld führt am Ziel vorbei

©WilhelmineWulff/PIXELIOIst das wirklich nötig?

Soll das nun ein Trost dafür sein, dass immer noch nicht genügend Betreuungsplätze zu Verfügung stehen? Müssen sich Frauen jetzt wieder zwischen Beruf und Familie entscheiden?

Ich ärgere mich maßlos über das Betreuungsgeld, das die Regierung kürzlich beschlossen hat. 150 Euro soll eine Familie ab 2013 für jedes Kind unter drei Jahren bekommen, das zu Hause betreut wird. Das kann doch nicht wahr sein! Soll dieses Lockmittel wieder dazu führen, dass Frauen länger nach der Geburt ihres Kindes zu Hause bleiben und als glückliche Hausfrau belohnt werden? Die Entscheidung, ihre Kinder bei einer Tagesmutter oder in einer Kita betreuen zu lassen, liegt doch nicht wirklich bei den Eltern. Es gibt gar nicht genug gute Betreuungsplätze – und das Problem wird auch mit dem Rechtsanspruch ab 2013 nicht gelöst werden. Die Eltern mit dem Betreuungsgeld zu trösten, führt vollkommen am Ziel vorbei. Warum wird dieses Geld nicht zum weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen verwendet, so dass allen Kindern – unabhängig von ihrer Herkunft – schon früh Bildung und Teilhabe geboten werden kann? Weiterlesen …

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Neuerungen bei „Starke Eltern – Starke Kinder®“

Familien im Blick der Forschung

Der Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder®“ bekommt zum Jahreswechsel ein einheitliches theoretisches Fundament. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist dann die Förderung psychischer Kindergesundheit der „rote Faden“ des Kurses. Die überarbeiteten Grundlagen wurden am vergangenen Wochenende auf dem Fachtag „Starke Eltern – Starke Kinder“ in Kamen vorgestellt. Diese Neuerungen sowie eine umfassende Überarbeitung kennzeichnen das aktualisierte Handbuch, das zum Jahresende erscheinen soll.

Um sich auf den neuesten Stand zu bringen, müssen die rund 4000 Kursleiterinnen und Kursleiter in Nordrhein-Westfalen ihre Nasen wieder einmal in die Bücher stecken. Für sie bietet die Bildungsakademie BiS Nachschulungen an. In zwei Jahren sollen sie die Kurse landesweit nur noch nach dem aktualisierten Handbuch durchgeführt werden.

 ”Starke Eltern – Starke Kinder®“ ist ein sehr erfolgreicher Elternkurs, den Paula Honkanen-Schoberth und Lotte Jennes-Rosenthal vor 15 Jahren beim Kinderschutzbund in Aachen entwickelt haben. Er unterstützt Mütter und Väter darin, im Familienalltag gelassener und souveräner zu sein und mehr Freude mit Kindern zu erleben. Mittlerweile laufen die Kurse in ganz Deutschland – beim Deutschen Kinderschutzbund und anderen Anbietern.

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Großes Interesse an der Fachtagung zu Beschwerdestellen in der Jugendhilfe

Wenn sich Heimkinder ungerecht behandelt fühlen

Ombuds- und Beschwerdestellen sind wichtig, damit die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Erziehungshilfe besser vertreten werden. Darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Fachtagung einig, die der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. am Montag (7. November) in Wuppertal veranstaltet hat. Die Jugendhilfe habe sich in diesem Bereich aber erst auf den Weg gemacht. Weder die Finanzierung unabhängiger Beschwerdestellen noch die gesetzliche Verankerung solcher Anlaufstellen sind bisher geregelt, so die Kritik.

Das Interesse an dem Thema „Wie Kinderrechte zu Rechten von Kindern werden – Ombudschaft und Beschwerdestellen in der Jugendhilfe“ war groß. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich in Fachvorträgen und diskutierten darüber, wie Kinderrechte in Heimen und anderen Einrichtungen der Erziehungshilfe größeres Gewicht bekommen und wie man mit Rechtsverletzungen umgehen kann. Die meisten Menschen im Saal kamen aus der Praxis. Vertreten waren vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Heimträger und Jugendämter. Weiterlesen …

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Info-Poster noch vorrätig

Schüttel-Trauma ist für Babys lebensgefährlich

Schüttel-Flyer

Es ist kurz nach drei in der Nacht. Das Baby schreit – schon lange. Es will nicht gestillt werden, und auch den Schnuller spuckt es immer wieder aus. Es schreit einfach. Singen, Schaukeln, sanftes Wiegen – nichts hilft. Das Kind weint weiter – und in der Mutter steigt heiße Wut hoch. Wut auf dieses brüllende Wesen, das schon seit Stunden die Nacht zum Tage macht, und das jetzt endlich einfach nur still sein soll. Und dann schüttelt sie das Kind mit voller Wucht. Der kleine Kopf schlägt heftig vor und zurück. So erklärt sie später ihren Wutausbruch. Eine Kurzschluss-Handlung, die das Baby das Leben kosten kann.

Fachleute werten das Schütteln von Säuglingen und Kleinkindern als massive Misshandlung. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 100 bis 200 Kinder in Deutschland an den Folgen eines Schüttel-Traumas. Die Dunkelziffer ist aber nach der Einschätzung von Experten weitaus höher. Noch viel mehr Babys erleiden massive Spätfolgen wie körperliche oder geistige Behinderungen. Meistens sind es die Eltern oder andere nahe Bezugspersonen, die ihre Aggressionen und ihre Hilflosigkeit gegen ein lange weinendes Kind auf diese Weise zum Ausdruck bringen. Der Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. informiert in einer großen Kampagne über das Schütteln. Im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung hat er ein Poster mit dem Titel „Bitte nicht schütteln“ entwickelt. Es soll Eltern und alle, die mit Kindern zu tun haben, auf die Gefahren aufmerksam machen. Seinen Platz findet das Poster etwa in Geburtshäusern, beim Arzt oder im Jugendamt. Weiterlesen …

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