Beiträge mit dem Tag "Betreuung"

Fachberaterin für Familienselbsthilfe Krista Körbes kommentiert

Betreuungsgeld führt am Ziel vorbei


©WilhelmineWulff/PIXELIOIst das wirklich nötig?

Soll das nun ein Trost dafür sein, dass immer noch nicht genügend Betreuungsplätze zu Verfügung stehen? Müssen sich Frauen jetzt wieder zwischen Beruf und Familie entscheiden?

Ich ärgere mich maßlos über das Betreuungsgeld, das die Regierung kürzlich beschlossen hat. 150 Euro soll eine Familie ab 2013 für jedes Kind unter drei Jahren bekommen, das zu Hause betreut wird. Das kann doch nicht wahr sein! Soll dieses Lockmittel wieder dazu führen, dass Frauen länger nach der Geburt ihres Kindes zu Hause bleiben und als glückliche Hausfrau belohnt werden? Die Entscheidung, ihre Kinder bei einer Tagesmutter oder in einer Kita betreuen zu lassen, liegt doch nicht wirklich bei den Eltern. Es gibt gar nicht genug gute Betreuungsplätze – und das Problem wird auch mit dem Rechtsanspruch ab 2013 nicht gelöst werden. Die Eltern mit dem Betreuungsgeld zu trösten, führt vollkommen am Ziel vorbei. Warum wird dieses Geld nicht zum weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen verwendet, so dass allen Kindern – unabhängig von ihrer Herkunft – schon früh Bildung und Teilhabe geboten werden kann? Weiterlesen »

 

Erster Aktionstag Familie@Beruf.NRW

Was brauchen Kinder, wenn ihre Eltern arbeiten?


©GerdAltmann/PIXELIO

Berufstätige Eltern stehen unter Druck. Die Unternehmen fordern von ihnen, immer verfügbar zu sein, flexibel und mobil. Sie wollen diesem Anspruch auch gerecht werden und erfolgreich sein. Auf der anderen Seite sorgen sich berufstätige Eltern aber auch um das Wohl ihrer Kinder. Es gibt ja eine breite Palette von Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen sollen und auch können, zum Beispiel flexible Arbeitszeiten oder Ganztagsbetreuung. Aber für wen sind diese Maßnahmen gut? Nur für die Erwachsenen, die ihre Kinder in ihrer Arbeitszeit betreut wissen wollen? Welchen Platz haben die Bedürfnisse der Kinder?

Diese Fragen stellte der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. beim ersten AktionstagFamile@Beruf.NRW und brachte auch gleich eine Antwort mit: Ein Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung – sei es im Rahmen einer Kindertageseinrichtung, Kindertagespflege oder Ganztagsschule – ist für Kinder wichtig und richtig. Weiterlesen »

 

KiBiz und die Bildungsreform

Kinderfreundlichkeit geht anders!


Die Perspektive der Kinder hat bei den jetzt erfolgten Entscheidungen zur Revision des Kinderbildungsgesetzes und zur Reform des Bildungswesens offenbar kaum eine Rolle gespielt. Vielmehr ging es um Geld und um Parteiengerangel. Die Kinder wurden dabei offenbar aus dem Blick verloren. Weiterlesen »

 

Debatte um Ausbau der Kinderbetreuung in NRW

Kitas sind zum Wohl der Kinder da


©Dr. Stephan Barth / PIXELIO

©Dr. Stephan Barth / PIXELIO

Anekdote aus dem Alltag einer Kindertagesstätte irgendwo in NRW: Kommt ein werdender Vater, dessen Frau im 6. Monat schwanger ist, in die Kita. Er wolle schon mal sein Kind für einen Platz in der U-3-Gruppe anmelden.

Antwortet die Leiterin mit hochgezogen Brauen: Versprechen könne sie nichts, die Familie komme auf die lange Warteliste. Er hätte sich viel früher melden müssen. Der Mann fragt zurück: „Wann? Etwa kurz nach der Befruchtung?“ Weiterlesen »

 

So leicht können Familien entlastet werden

7 Prozent Mehrwertsteuer auf Kinderartikel!


19 Prozent – so hoch ist in der Regel die Mehrwertsteuer in Deutschland. Nur für wirklich wichtige Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. So sollte man jedenfalls annehmen. Lebensmittel, Bücher, Kunst und der Personennahverkehr werden so begünstigt. Aber auch Rennpferde, Hotelübernachtungen, Skilifte und Trüffel… Warum aber gelten 7 Prozent Mehrwertsteuer nicht für Kinderartikel?

Genau das fordert die Initiative „7 Prozent – Mehrwert gerecht steuern“, die von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) und dem Unternehmen JAKO-O getragen wird. Kooperationspartner ist das deutsche Kinderhilfswerk. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) unterstützt diese Forderung. Familien mit Kindern müssen bei der allgemeinen Preissteigerung schnell und gezielter entlastet werden! Weiterlesen »

 

Diskussion um die Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)

Restzeiten-Betreuung ist keine Tagespflege


Leider passiert es immer wieder: Erwachsene begründen die Befriedigung eigener Bedürfnisse mit dem Wohl der Kinder. Diesmal geht es um das umstrittene Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz). Zur Zeit diskutieren in Nordrhein-Westfalen verschiedene Verbände – darunter der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW (DKSB LV NRW) die Revision des KiBiz – auch bei der Kindertagespflege. Nach derzeit gültiger Rechtslage dürfen bis zu acht Kinder in einer Pflegestelle betreut werden. Von diesen sollen nur fünf gleichzeitig anwesend sein. Ob diese Vorgabe tatsächlich eingehalten wird, ist zweifelhaft. Daher ist zu begrüßen, dass es zukünftig bei fünf Kinder bleiben soll. Aus dem „Forum Förderung von Kindern“ werden dagegen Stimmen laut, es bei der alten Regelung zu lassen. Weiterlesen »

 

Kinderfeindlichkeit in Cafés?

Gastfreundlichkeit für Babys und Kinder


„Unser Café ist für Erwachsene, die sich aus dem Alltag zurückziehen wollen“, heißt es auf einem Aushang in einem Frankfurter Café, das in einem kinderreichen Stadtteil liegt. Doch die Kleinen nerven die Besitzer: „Leider wird unser Café allzu oft mit einem Kinderhort  oder heimischen Wohnzimmer gleichgesetzt oder verwechselt.  Wir können nicht zulassen, dass sich diese Unterscheidung verliert.“ Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber unter dem Titel „Kinder sind hier unerwünscht.” Was  war  geschehen? Weiterlesen »

 

Urteil des NRW-Landesverfassungsgerichtshof

Neuverteilung der Kita-Ausbaukosten


Foto: Thorben Wengert, pixelio.de

Foto: Thorben Wengert, pixelio.de

Da jubeln die Städte und Gemeinden. Das Landesverfassungsgericht NRW in Münster hat das Land dazu aufgefordert, die Kommunen beim gesetzlich vorgeschriebenen und dringend nötigen Ausbau des Platzangebots in Tageseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren finanziell zu entlasten. Die Höhe der Zuschüsse sind offenbar noch nicht bekannt. Nun beginnt vermutlich eine Phase intensiver und zeitraubender Verhandlungen zwischen Land und Kommunen.

So sehr man sich mit den Kommunen freuen kann, so bleibt doch die Erkenntnis, dass das Gericht hier erneut bestätigt hat, dass die Förderung in Tageseinrichtungen für Kinder formaljuristisch gesehen eben keine „Bildung“ sondern nur „öffentliche Fürsorge“ gemäß Art. 74 Abs.1 Ziffer 2 GG ist.

Wäre es Bildung, wäre der Fall klar: Das Land wäre für Ausmaß und Inhalt zuständig, die Kommune für die Infrastruktur.

Alle wissen um die Bedeutung frühkindlicher Förderung für den gesamten Bildungsweg eines jungen Menschen. Es wäre nur logisch, daraus die rechtlichen Konsequenzen zu ziehen:  Bildung gehört zu jedem Lebensalter!

Hier geht es zum kompletten Urteil: http://www.vgh.nrw.de/presse/2010/p101012.htm