Fachberaterin für Familienselbsthilfe Krista Körbes kommentiert
Thema: Politik | 21.11.2011, 13:39 | von Krista Körbes
Ist das wirklich nötig?
Soll das nun ein Trost dafür sein, dass immer noch nicht genügend Betreuungsplätze zu Verfügung stehen? Müssen sich Frauen jetzt wieder zwischen Beruf und Familie entscheiden?
Ich ärgere mich maßlos über das Betreuungsgeld, das die Regierung kürzlich beschlossen hat. 150 Euro soll eine Familie ab 2013 für jedes Kind unter drei Jahren bekommen, das zu Hause betreut wird. Das kann doch nicht wahr sein! Soll dieses Lockmittel wieder dazu führen, dass Frauen länger nach der Geburt ihres Kindes zu Hause bleiben und als glückliche Hausfrau belohnt werden? Die Entscheidung, ihre Kinder bei einer Tagesmutter oder in einer Kita betreuen zu lassen, liegt doch nicht wirklich bei den Eltern. Es gibt gar nicht genug gute Betreuungsplätze – und das Problem wird auch mit dem Rechtsanspruch ab 2013 nicht gelöst werden. Die Eltern mit dem Betreuungsgeld zu trösten, führt vollkommen am Ziel vorbei. Warum wird dieses Geld nicht zum weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen verwendet, so dass allen Kindern – unabhängig von ihrer Herkunft – schon früh Bildung und Teilhabe geboten werden kann? Weiterlesen »
KiBiz und die Bildungsreform
Thema: Bildung | 22.07.2011, 15:53 | von Dieter Greese
Die Perspektive der Kinder hat bei den jetzt erfolgten Entscheidungen zur Revision des Kinderbildungsgesetzes und zur Reform des Bildungswesens offenbar kaum eine Rolle gespielt. Vielmehr ging es um Geld und um Parteiengerangel. Die Kinder wurden dabei offenbar aus dem Blick verloren. Weiterlesen »
Debatte um Ausbau der Kinderbetreuung in NRW
Thema: Bildung, Politik | 01.07.2011, 14:01 | von Jürgen Kura

©Dr. Stephan Barth / PIXELIO
Anekdote aus dem Alltag einer Kindertagesstätte irgendwo in NRW: Kommt ein werdender Vater, dessen Frau im 6. Monat schwanger ist, in die Kita. Er wolle schon mal sein Kind für einen Platz in der U-3-Gruppe anmelden.
Antwortet die Leiterin mit hochgezogen Brauen: Versprechen könne sie nichts, die Familie komme auf die lange Warteliste. Er hätte sich viel früher melden müssen. Der Mann fragt zurück: „Wann? Etwa kurz nach der Befruchtung?“ Weiterlesen »
So leicht können Familien entlastet werden
Thema: Armut, Kinderschutzbund in NRW, Politik | 31.05.2011, 16:58 | von Jürgen Kura
19 Prozent – so hoch ist in der Regel die Mehrwertsteuer in Deutschland. Nur für wirklich wichtige Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. So sollte man jedenfalls annehmen. Lebensmittel, Bücher, Kunst und der Personennahverkehr werden so begünstigt. Aber auch Rennpferde, Hotelübernachtungen, Skilifte und Trüffel… Warum aber gelten 7 Prozent Mehrwertsteuer nicht für Kinderartikel?
Genau das fordert die Initiative „7 Prozent – Mehrwert gerecht steuern“, die von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) und dem Unternehmen JAKO-O getragen wird. Kooperationspartner ist das deutsche Kinderhilfswerk. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) unterstützt diese Forderung. Familien mit Kindern müssen bei der allgemeinen Preissteigerung schnell und gezielter entlastet werden! Weiterlesen »
Diskussion um die Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Thema: Bildung, Kinderschutzbund in NRW, Politik | 04.05.2011, 11:12 | von Dieter Greese
Leider passiert es immer wieder: Erwachsene begründen die Befriedigung eigener Bedürfnisse mit dem Wohl der Kinder. Diesmal geht es um das umstrittene Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz). Zur Zeit diskutieren in Nordrhein-Westfalen verschiedene Verbände – darunter der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW (DKSB LV NRW) die Revision des KiBiz – auch bei der Kindertagespflege. Nach derzeit gültiger Rechtslage dürfen bis zu acht Kinder in einer Pflegestelle betreut werden. Von diesen sollen nur fünf gleichzeitig anwesend sein. Ob diese Vorgabe tatsächlich eingehalten wird, ist zweifelhaft. Daher ist zu begrüßen, dass es zukünftig bei fünf Kinder bleiben soll. Aus dem „Forum Förderung von Kindern“ werden dagegen Stimmen laut, es bei der alten Regelung zu lassen. Weiterlesen »
Kinderfeindlichkeit in Cafés?
Thema: Kinderschutzbund in NRW, Politik, Rat und Tat | 14.03.2011, 22:16 | von Jürgen Kura
„Unser Café ist für Erwachsene, die sich aus dem Alltag zurückziehen wollen“, heißt es auf einem Aushang in einem Frankfurter Café, das in einem kinderreichen Stadtteil liegt. Doch die Kleinen nerven die Besitzer: „Leider wird unser Café allzu oft mit einem Kinderhort oder heimischen Wohnzimmer gleichgesetzt oder verwechselt. Wir können nicht zulassen, dass sich diese Unterscheidung verliert.“ Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber unter dem Titel „Kinder sind hier unerwünscht.” Was war geschehen? Weiterlesen »
Urteil des NRW-Landesverfassungsgerichtshof
Thema: Bildung, Politik | 19.10.2010, 15:28 | von Dieter Greese

Foto: Thorben Wengert, pixelio.de
Da jubeln die Städte und Gemeinden. Das Landesverfassungsgericht NRW in Münster hat das Land dazu aufgefordert, die Kommunen beim gesetzlich vorgeschriebenen und dringend nötigen Ausbau des Platzangebots in Tageseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren finanziell zu entlasten. Die Höhe der Zuschüsse sind offenbar noch nicht bekannt. Nun beginnt vermutlich eine Phase intensiver und zeitraubender Verhandlungen zwischen Land und Kommunen.
So sehr man sich mit den Kommunen freuen kann, so bleibt doch die Erkenntnis, dass das Gericht hier erneut bestätigt hat, dass die Förderung in Tageseinrichtungen für Kinder formaljuristisch gesehen eben keine „Bildung“ sondern nur „öffentliche Fürsorge“ gemäß Art. 74 Abs.1 Ziffer 2 GG ist.
Wäre es Bildung, wäre der Fall klar: Das Land wäre für Ausmaß und Inhalt zuständig, die Kommune für die Infrastruktur.
Alle wissen um die Bedeutung frühkindlicher Förderung für den gesamten Bildungsweg eines jungen Menschen. Es wäre nur logisch, daraus die rechtlichen Konsequenzen zu ziehen: Bildung gehört zu jedem Lebensalter!
Hier geht es zum kompletten Urteil: http://www.vgh.nrw.de/presse/2010/p101012.htm