Scripted Reality ersetzt die Doku-Soap
Thema: Kinderschutz, Politik | 16.03.2012, 13:29 | von Marlis Herterich

©Michael Hirschka/PIXELIO
Seit einiger Zeit steht vor allem das Nachmittagsprogramm der großen privaten Fernsehsender ganz im Zeichen der „scripted reality“. Ein Format, das vorgibt, Realität abzubilden, aber von Laien nach Drehbuch (Script) gespielt wird. Dabei haben die Darsteller meist das Drehbuch nicht gesehen, sondern agieren nach Regieanweisung. Dem Zuschauer wird – zu Beginn und am Ende der Sendung – durch eine eher unauffällige Einblendung mitgeteilt: Handelnde Personen sind frei erfunden. So könnten wir eigentlich erleichtert aufatmen: keine Bloßstellung der Protagonisten mehr, keine Gefahr, dass vor allem Kinder unter den Folgen leiden. Doch so einfach ist es leider nicht.
Abgesehen von den erwähnten Einblendungen tun die Macher alles, um Realität vorzuspiegeln. So werden Autokennzeichen geschwärzt, gelegentlich Gesichter gepixelt, grobe Schimpfwörter durch Piepton unkenntlich gemacht. Und die kommentierenden Sprecher formulieren Sätze wie: „Da durften wir mit der Kamera dabei sein“ oder auch „ Familie S. wollte dieses Gespräch ohne unsere Kamera führen.“ Weiterlesen »
Heute ist „Safer Internet Day“
Thema: Kinderschutz | 07.02.2012, 14:44 | von Eda Kanber

©Berlin pics/PIXELIO
Heute ist „Safer Internet Day“ – so wie seit 2004 an jedem zweiten Dienstag im Februar. Initiiert von der Europäischen Union soll dieser Tag mit verschiedenen Aktionen oder Veranstaltungen auf das Thema „Internetsicherheit“ aufmerksam machen und die Nutzerinnen und Nutzer für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien sensibilisieren. In diesem Jahr heißt das Motto „connecting generations and educating each other“ - „Generationen verbinden und voneinander lernen lassen“. Eine Haltung, die wir vom Deutschen Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. voll unterstützen.
Insbesondere im Hinblick auf das Internet können die Generationen voneinander profitieren, indem sie nicht nur darüber sprechen und sich austauschen, sondern auch gemeinsam auf „virtuelle Entdeckungstour“ gehen. So haben viele Erwachsene dicke Fragezeichen im Kopf, wenn sie „twitter“, „youtube“ oder „facebook-timeline“ hören; aber auf die Idee, die jüngere Generation nach Tipps und Hilfestellungen zu fragen, trauen sich die wenigsten.
Umgekehrt kann es genauso passieren, dass Kinder und Jugendliche medialen Inhalten ausgesetzt werden, bei denen sie sich unwohl fühlen und gerne auf den Schutz durch die Erwachsenen zurückgreifen würden – auch hier fühlen sich viele allein gelassen. Weiterlesen »
DKSB und LfM luden zum Fachtag "Cybermobbing" ein
Thema: Fortbildung - BiS | 08.12.2011, 09:43 | von Nicole Vergin

Schlagen, Treten, Bespucken, Hänseln oder einfach nur Ignorieren: In deutschen Klassenzimmern kann es heiß hergehen, wenn die Kinder scheinbar an „Geschmacksverkalkung“ leiden, schiefe Zähne haben, wie eine „Bohnenstange“ aussehen, kein I-Phone besitzen und einfach ein „Opfer“ sind. Was sich in der Realität bitter anhört und schwer zu zügeln ist, nimmt im Zeitalter der digitalen Kultur eine neue Wendung. Während die „Täter“ in der Klasse ein Gesicht haben, verstecken sich die digitalen Mobber auf eine anonyme und bequeme Weise im Netz und lassen ihren Hasstiraden freien Lauf.
Die Täter können beim Cybermobbing mit nur einem Klick eine Lawine an Beleidigungen auslösen, denen Kinder und Jugendliche nur schwer ausweichen können. Das digitale Netz – und hier insbesondere die sozialen Netzwerke – bieten die „optimale“ Plattform. Sei es das Zurechtschneiden der Fotos von Gesichtern oder Körperteilen, das Hacken eines persönlichen Profils, das Verbreiten eines Gerüchts oder aber das Einstellen eines peinlichen Videos. Die Folgen sind kaum absehbar. Das potentielle Publikum beim Cybermobbing ist riesengroß, ein Löschen aus dem Internet unmöglich. Weiterlesen »
Bußgeld, weil „Die Super Nanny“ (RTL) gegen Menschenwürde verstößt
Thema: Gewalt gegen Kinder, Kinderschutz, Kinderschutzbund in NRW, Rechte von Kindern | 09.05.2011, 16:54 | von Martina Huxoll
Immer wieder schlägt die Mutter zu. Auf dem Sofa liegt, ja krümmt sich ihre fünfjährige Tochter. Es solle sich anziehen, schreit die Mutter verzweifelt. Fast schon apathisch ist das Mädchen, kann kaum noch weinen. Mit leiser dramatischer Musik unterlegt, wird diese Szene einige Male wiederholt – bis endlich nach einer gefühlten Ewigkeit die Heldin erscheint und sich empört. Keine Szene aus einem Hollywood-Thriller, sondern aus einer Folge „Die Super Nanny“ vom 5. Mai letzten Jahres. Eine Sendung mit “unerwünschten Nebenwirkungen” für RTL. Weiterlesen »
Kinderschutzbund Landesverband NRW feiert Jubiläum und zieht Bilanz
Thema: Kinderschutzbund in NRW | 07.04.2011, 22:40 | von Jürgen Kura

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NRW-Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg
“40 Jahre Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen, das sind 40 Jahre wertvolle Interessenvertretung für die vielen Kinder in unserem bevölkerungsreichen Bundesland”, sagte Eckhard Uhlenberg, Landtagspräsident von Nordrhein-Westfalen, der als Gastgeber zum 40. Geburtstag des DKSB Landesverbandes gratulierte. 150 Gäste waren in die Düsseldorfer Villa Horion gekommen: Ehrenamtliche, Freunde, Förderer, Partner, Mitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
In Vertretung der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bezeichnete Kinder- und Jugendstaatssekretär Prof. Klaus Schäfer Prävention und Bildung als die wichtigsten Elemente der Kinder- und Jugendpolitik der Landesregierung. “Wir müssen Kindern und Jugendlichen gute Chancen für die Entwicklung eröffnen, ihre Bedürfnisse und Wünsche ernst nehmen und sie bestmöglich fördern”, sagte er in seinem Festvortrag. Er nannte den DKSB einen Ratgeber, der die Praxisfragen transportiere und politikfähig gemacht habe. Weiterlesen »
Angst vor Online-Spielsucht oft unbegründet
Thema: Bildung, Elternkurse, Rat und Tat | 28.03.2011, 12:54 | von Eda Kanber

Logos einiger "sozialer Netzwerke"
„Farmville“, „Cityville“ und „Happy Aquarium“ sind zurzeit die größten virtuellen Magneten. Sie ziehen weltweit Millionen von Spielern in den Bann. Diese so genannten Social Games werden in den sozialen Netzwerken wie facebook oder schülerVZ und studiVZ angeboten.
In aller Regel sind die Spiele kostenlos. Gebühren entstehen allerdings, wenn sich die Spieler zusätzliche Wünsche erfüllen bzw. sich Vorteile verschaffen wollen, zum Beispiel ein „schönes Auto fahren“ oder „besondere Blumen anpflanzen“ möchten.
Spiele wie diese kosten nicht nur Nerven, sondern auch viel Zeit. Die Spieler sitzen nicht selten stundenlang vor dem Rechner, damit sie auch ja alle Errungenschaften in der virtuellen Welt bestens pflegen können.
Eltern und Erziehende haben dagegen kaum Einblicke in die Spielekultur. Nur zu mahnen ist wenig hilfreich und glaubwürdig. Dennoch sollten Spieler und Eltern die Zeit, die im Internet verbracht wird, im Blick behalten. Allerdings befürchten die Eltern viel zu oft und schnell „Internetsucht“ oder „Computersucht“ Weiterlesen »
Wege durch den Mediendschungel
Thema: Elternkurse, Fortbildung - BiS, Rat und Tat | 17.01.2011, 11:20 | von Eda Kanber

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Vom Tablet-PC fasziniert: Teilnehmer/innen des Kurses, in der Mitte die Autorin / Foto: DKSB NRW
Susanne Hentschel und ich haben die erste NRW-Schulung zur Elternkursleitung „Wege durch den Mediendschungel – Kinder und Jugendliche sicher in der Medienwelt begleiten“ in Kooperation mit der Bildungsakademie BiS erfolgreich durchgeführt. Wir freuen uns, dass es dabei mit viel Spiel, Spaß und Spannung zuging!
14 Teilnehmer/innen erwarben in zwei Blöcken à zwei Tagen die Zusatzqualifikation zur Durchführung von medienpädagogischen Elternkursen. Nun besitzen sie umfassende Informationen und kennen verschiedene Materialien für die Medienerziehung mit Fernsehen, Handy, sowie Internet, PC – und Onlinespiele.
Die Fähigkeit zur Medienkompetenz beinhaltet auch die „medienbiographische Selbstreflexion“, das heißt: Wie haben Erwachsene im Laufe ihres Lebens selbst die Medien erlebt? Schließlich sollen auch Eltern über ihr eigenes Verhältnis zu den Medien nachdenken und die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit medialen Inhalten selbstsicher anpacken. Großen Wert legten wir darauf, individuelle Fähigkeiten und Vorkenntnisse zu vertiefen und viel Raum für Diskussionen zu bieten.
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Für Eltern: Zehn Wegweiser durch die digitale Welt
Thema: Elternkurse, Kinderschutz, Rat und Tat | 01.12.2010, 23:17 | von Eda Kanber
Eltern brauchen vor allem praktische Tipps und Anregungen für den Umgang mit dem Internet. Hier finden Sie alltagstaugliche Empfehlungen und Denkanstöße, wie Sie Ihr Kind auf dem Weg durchs Internet begleiten können. Dies ist Teil 3 von 3 unserer Artikelserie.

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Vor dem Surfen Kopf einschalten, Foto: fotolia.com
Tipp 7: Soziale Netzwerke – Risiken und Gefahren
Ob „schülerVZ“, „facebook“ oder „knuddels.de“: Die virtuellen sozialen Netzwerke leben davon, dass ihre Mitglieder möglichst viele persönliche Details preisgeben.
Gehen Sie zusammen mit Ihrem Kind das virtuelle Profil durch. Besprechen Sie gemeinsam, welche Angaben tatsächlich erforderlich sind. Ist das Profil für alle sichtbar? Aus welchen Kontakten besteht eine „Freundesliste“? „Muss“ man unbedingt den echten Namen eingeben und ein Profilbild hoch laden?
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RTL: Werbung und Wirklichkeit
Thema: Armut, Kinderschutzbund in NRW | 29.11.2010, 17:45 | von Marlis Herterich
“RTL – Wir helfen Kindern” – so strahlt es uns jetzt in der Vorweihnachtszeit von großen Plakatwänden entgegen. Geworben wird da für einen Spendenmarathon für benachteiligte Kinder in In- und Ausland. Das ist eine gute Sache. Aber wenn man gleichzeitig von der neuen TV-Serien-Planung hört, entstehen doch eine ganze Menge Fragezeichen. Im Augenblick sucht eine Fernseh-Produktionsfirma Familien für ein neues – wieder mal in England abgegucktes – Reality-Format. In England nennt es sich „Wie die andere Hälfte lebt“ und wird auf Channel 4 ausgestrahlt.
Worum geht es darin? “Gut situierte” Familien sollen über einen Zeitraum von 3 Monaten “armen” Familien helfen. Schöne Idee – wenn nicht die Kamera immer dabei wäre. Weiterlesen »